Mit "Megi" überquerte einer der stärksten Taifune seit Beginn der Wetteraufzeichnungen die Philippinen. Mit einem Kerndruck von unter 890 hPa war der Super Taifun der stärkste Taifun der letzten 20 Jahre. Die Windgeschwindigkeiten erreichten in Böen bis zu 300 km/h.
Wetterlage und Entwicklung
Die Entwicklung des siebten Taifuns der pazifischen Taifunsaison begann am 13.10. bei 141° Ost und 11° Nord etwa 1500 km östlich der Philippinen. Das tropische Tiefdruckgebiet entwickelte sich innerhalb von 20 Stunden zu einem tropischen Sturm mit mittleren Windgeschwindigkeiten um 65 km/h. In einem Gebiet hoher Meeresoberflächentemperaturen um 30°C konnte sich "Megi" weiter intensivieren und wurde am 14.10., 18:00UTC als Taifun der ersten Kategorie eingestuft. Mit mittleren Windgeschwindigkeiten um 150 km/h bewegte sich dieser in nordwestlicher Richtung ziehend auf die Phlippinen zu. Dabei fand eine rapide Intensivierung statt. Nach nur 48 weiteren Stunden bekam "Megi", nun unterwegs mit mittleren Windgeschwindigkeiten um 230 km/h, den Titel "Super Taifun". Wieder sechs Stunden später wurde "Megi" sogar in die fünfte und gleichzeitig höchtste Kategorie eingestuft. Am 17.10., 00:00UTC befand sich der "Super Taifun" etwa 500 km vor der Küste der nördlichsten philippinischen Insel Luzon. Entgegen der bisherigen Zugbahn verlagerte sich "Megi" von nun an in Richtung südwesten und gewann dabei weiter an Intensität. Seinen Höhepunkt erreichte der Taifun in den Mittagsstunden des 17.10. mit Windgeschwindigkeiten um 280 km/h. Der Druck im Zentrum des Taifungs hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt auf unter 890 hPa verringert. Die Philippinen erreichte "Megi" schließlich am 18.10. gegen 04:00 UTC. Die Insel Luzon überquerte der Sturm innerhalb von etwa acht Stunden und schwächte sich dabei bis zu einem Taifun der zweiten Kategorie ab.
Auf der nun in westlicher Richtung verlaufenden Zugbahn über das Südchinesische Meer fand allerdings eine erneute Intensivierung statt, so dass der Taifun ein weiteres Mal in die zweithöchste Kategorie eingestuft wurde.
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Update - Sonntag, 24. Oktober 2010, 19:00 MESZ
In ersten Prognosen wurde erwartet, dass Megi auf die Küste des Vietnams und Hongkongs treffen würde. Über dem chinesischen Meer änderte "Megi" seine Zugbahn jedoch entgegen dieser Erwartungen und traf am 23.10. gegen 12 UTC in der Provinz Fujian auf die Südostküste Chinas. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich der ehemalige Super Taifun zu einem tropischen Sturm mit mittleren Windgeschwindigkeiten um 100 km/h abgeschwächt.
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Bodendruckanalysen und 850-hPa-Wind vom 14.10. bis 19.10.2010 jeweils 00:00UTC | Quelle: ECMWF |
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14.10.2010, 00 UTC |
15.10.2010, 00 UTC |
16.10.2010, 00 UTC |
17.10.2010, 00 UTC |
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18.10.2010, 00 UTC |
19.10.2010, 00 UTC |
20.10.2010, 00 UTC |
21.10.2010, 00 UTC |
Bereits vor seiner Ankunft machte sich "Megi" durch starke Regenfälle auf den Philippinen bemerkbar. Bis zum 18.10., 06 UTC regenete es im Norden des Landes in Tuguegarao 54 mm. Eine ähnlich hohe Regenmenge fiel dort auch in den folgenden sechs Stunden. Deutlich heftiger waren die Niederschläge in Baguio. Innerhalb von sechs Stunden regnete es bis zum 18.10., 12 UTC 146 mm. Im gesamten Zeitraum vom 18.10.-19.10. summierten sich dort die Niederschlagsmengen auf 522 mm. Die zweithöchsten Regenmengen wurden in diesem Zeitraum in der Stadt Dagupan mit 304 mm gemessen.
Auf den Philippinen kamen in Folge des "Super Taifuns" mindestens 26 Menschen ums Leben. In den am Schwersten getroffenen Provinzen Cagayan und Isabela fiel in Millionen Haushalten auf Grund von umgeknickten Strommasten der Strom aus und auch das Telefonnetz brach teilweise zusammen. Vor Ankunft des Taifuns waren vor allem in den küstennahen Gebieten mehrere tausend Menschen in Notunterkünften in Sicherheit gebracht worden. Die Schulen blieben vielerorts geschlossen. Auf den Flughäfen der nördlichen Landesteile warteten Hunderte Menschen, nachdem der Flugverkehr eingestellt worden war. Große Sorgen bereiten den Bewohnern der Philippinen die Ausfälle in der Reisernte. Schätzungen zur Folge sind bis zu 230.000 Tonnen Reis durch "Megi" vernichtet worden. Auch auf Taiwan machten starke Regenfälle den Menschen zu schaffen und sorgten mehrere Erdrutsche. Dabei kamen elf Menschen ums Leben.
In China sorgte der sich auflösende Taifun ebenfalls für ergiebige Regenfälle. In Xiamen regnete es bis zum 22.10., 14 UTC innerhalb von 24 Stunden 146 mm. Ähnlich hohe Niederschlagswerte wurden in Dachen Dao mit 144 mm gemessen. Über größere Schäden gibt es bisher keine Meldungen aus China. Dieses könnte unter Anderem auf die Evakuierung von 270.000 Menschen vor der Ankunft von "Megi" zurückzuführen sein.
Wetterwerte
Nachstehend ausgewählte Niederschlagsmengen im Norden der Philippinen vom 18. bis zum 19.10.2010, jeweils sechs-stündig bis zum angegebenen Termin.
Quelle: DWD
Ort |
18., 06 UTC |
18., 12 UTC |
18., 18 UTC |
19., 00 UTC |
19., 06 UTC |
19., 12 UTC |
Summe |
Tuguegarao Baguio Shanhu Dao Casiguran Dagupan Tanay Iloilo |
54 mm 28 mm 5 mm 5 mm 7 mm 0 mm 0 mm |
53 mm 146 mm 77 mm 35 mm 23 mm 5 mm 5 mm |
22 mm 140 mm 0 mm 7 mm 108 mm 66 mm 0 mm |
0 mm 120 mm 0 mm 2 mm 110 mm 15 mm 32 mm |
0 mm 88 mm 0 mm 5 mm 56 mm 16 mm 3 mm |
0 mm 0 mm 0 mm 0 mm 10 mm 0 mm 18 mm |
129 mm 522 mm 82 mm 54 mm 304 mm 102 mm 58 mm |
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Satellitenbild, sowie Niederschlagsdaten berechnet aus Satellitenmessungen vom 16.-21.10. |
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16.10., 23:36 UTC |
18.10., 15:12 UTC |
18.10., 23:12 UTC |
21.10., 14:01 UTC |
Zugbahn von Megi und Druckverlauf im Zentrum des Taifuns.
Quelle: wunderground/agora |
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Zugbahn "Megi" |
Druckverlauf im Zentrum von "Megi" |
Satellitenbilder
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14.10., 01:30 UTC, MTSAT IR Quelle: CIMSS |
15.10., 01:30 UTC, MTSAT IR Quelle: CIMSS |
16.10., 01:30 UTC, MTSAT IR Quelle: CIMSS |
17.10., 01:30 UTC, MTSAT IR Quelle: CIMSS |
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18.10., 01:30 UTC, MTSAT IR Quelle: CIMSS |
19.10., 01:30 UTC, MTSAT IR Quelle: CIMSS |
20.10., 01:30 UTC, MTSAT IR Quelle: CIMSS |
21.10., 01:30 UTC, MTSAT IR Quelle: CIMSS |
Text: JQ
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In Zusammenarbeit mit:
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