Wetterlage und Entwicklung
Kräftige und anhaltende Schneefälle können zu
erheblichen Behinderungen führen, besonders dann, wenn zusätzlich
stürmischer Wind den Schnee zu hohen Verwehungen auftürmt.
Ein solches Szenario wurde am 29. und 30.12.2006 für den Norden und
Osten Deutschlands befürchtet; die Reaktion in einigen Medien und
einiger Wetterdienstleister im Vorfeld war allerdings unangemessen.
Das Tiefdruckgebiet "Holger" lag am 28.12.2006, 00 UTC, mit seinem
Zentrum noch über Italien und gestaltete zunächst im zentralen
Mittelmeerraum das Wetter unbeständig. Sein Einfluss reichte aber schon über die
Alpen nordwärts hinweg und brachte in der Südhälfte Deutschlands Schnee.
"Holger" verlagerte sich am 28. und 29.12. in einem Bogen erst nordost-, dann nordwestwärts
über Polen hinweg, am 30.12.2006,
00 UTC, lag das Tiefzentrum über dem Skagerrak.
Das Hebungsgebiet mit Wolken und Schneefällen erfasste am 29. und 30.12.2005 den
Nordosten Deutschlands. Die auf der Vorderseite des Tiefs aus dem östlichen Mittelmeerraum
angesaugte Warmluft strömte über Osteuropa nach Norden und fand sogar den Weg über
die Ostsee nach Skandinavien; in Warschau regnete es am 29.12. um 06 UTC,
selbst Stockholm meldete am 30.12., 00 UTC, positive Temperaturen.
Deutschland blieb auf der kalten Seite, die Niederschläge fielen als Schnee.
Die größte Schneehöhe meldete am 30.12.2006 zum Morgentermin
die Station Gersdorf in Mecklenburg-Vorpommern mit 32 cm, gefolgt von Grevesmühlen mit 31 cm und
Rostock-Laage mit 30 cm. Allerdings lag in Nordostdeutschland die Tage zuvor schon eine Schneedecke.
Die 24 stündigen Neuschneehöhen betrugen im Harz 18 cm (Brocken) bzw. 17 cm (Schierke), sonst
bis zu 16 cm.
Die Niederschlagsmenge erreichte selten mehr als 15 mm, zB Gersdorf 16 mm,
meist lag sie zwischen 10 und 15 mm. Nur auf Hiddensee und Rügen traten um die 20 mm auf (Putbus 21 mm,
Hiddensee 19 mm).
Ein Sturmböe verzeichnete lediglich Kap Arkona (80 km/h am 29.12., 03 UTC), in
Boltenhagen gab es um 06 UTC eine stürmische Bö. Verbreitet wehte der Wind
in Böen um 50 km/h.
Das befürchtete Schneechaos blieb aus, lediglich auf Fehmarn waren einige Straßen
zeitweise unpassierbar. Im Bahn- und Zugverkehr kam es zu Behinderungen, Pisten und Weichen mussten vom
Schnee befreit werden.
Auch weiter im Norden in Schweden und Dänemark sorgte das Tief "Holger" für Schneefälle.
In der südschwedischen Provinz Smaland fiel in mehreren tausend Haushalten der Strom aus.
Bodendruck
vom 28. bis zum 30.12.2005,
jeweils 00 UTC:
Quelle: metoffice.com
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Schneehöhen und Niederschlagsmengen
Nachstehend eine Auswahl an gemessenen Schneehöhen vom 28. bis zum 30.12.2005 sowie
die insgesamt an diesen Stationen gefallene Niederschlagsmenge:
Ort |
30.12. |
29.12. |
28.12. |
Niederschlagssumme |
Gersdorf Grevesmühlen
Rostock/Laage Groß Lüsewitz Hiddensee-Vidde
Tribsees Parum Greifswald Berlin-Tegel Schwerin
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32 cm
31 cm 30 cm 26 cm 25 cm 24 cm 23 cm
23 cm 22 cm 21 cm |
16 cm
19 cm 10 cm 14 cm 15 cm 11 cm 9 cm
15 cm 12 cm 11 cm |
8 cm
3 cm 1 cm 4 cm 3 cm 3 cm 5 cm
11 cm 5 cm 3 cm |
16 mm
16 mm 15 mm 10 mm 19 mm 13 mm 12 mm
15 mm 4 mm 9 mm |
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28.12.05, 12:30 UTC, N18 VIS
Quelle: Geog. Inst., Uni Bern |
30.12.05, 12:10 UTC, N18 VIS
Quelle: Geog. Inst., Uni Bern |
29.12.05, 10:00 UTC, Radar
Quelle: Wetterspiegel |
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